Erst nach starker zweiter Hälfte gewinnt Wolmirsleben Lokal-Derby
Fußballlandesklasse, St. 4: SV Wolmirsleben – SV Förderstedt 2:1 (0:1)
Auch das Rückspiel in diesem Prestige-Lokal-Derby entschieden die Wolmirsleber, nach großem Kampf (3:1 im Herbst), für sich. Die Gastgeber-Elf hat damit endgültig die Fahrtkarte für die nächste Saison gelöst.
Wolmirsleben (hbr). Völlig entspannt saßen sich SVF-Coach Thomas Conrad und der Gastgebertrainer Frank Stock vor dem Spiel gegenüber. Beide konnten beruhigt aus dem Nähkästchen plaudern. Dieser Eindruck täuschte nicht: die Saison ist für beide gelaufen. Weil aber der vor den Wolmirslebern platzierte SV Förderstedt schon das Hinspiel verloren hatte, wollten die Gäste doch wenigstens den Lokal-Derby-Rückkampf für sich entscheiden.
In der ersten Halbzeit wirbelten die Förderstedter auch was das Zeug hielt. Sie spielten den gefälligeren Ball. Trotzdem waren die Torchancen gleichmäßig verteilt. Die vielen Freistöße brachten auf beiden Seiten jedoch nicht immer Torgefahr, doch unfair war das Spiel bis zum Halbzeitpfiff keinesfalls.
In der 42. Spielminute mal wieder ein mächtiges Strafraumchaos. Der Förderstedter Daniel Ponikau schaltete am schnellsten und schob mit ganz langem linken Bein in der Torraummitte das Leder in die Maschen der Platzbesitzer (0:1). Ein Schock für die Hausherren.
Zwei Minuten später fast der Ausgleich durch einen Batke-Pfostenschuss. Die drei folgenden SVW-Ecken blieben ohne Wirkung. Für ein Raunen sorgte in der 45. nur noch ein Wolter-Nachschuss, der aber links am Wolmirsleber Dreiangel vorbei ging.
Kaum war das Spiel wieder freigegeben, da musste SVF-Keeper Melzer schon alles Können aufbringen, um den Ausgleich zu verhindern. Iffländer und Batke prüften den Gästekeeper weiter und in der 56. Spielminute dann doch der verdiente Ausgleich. Aus halblinker Position brachte Kevin Stock einen gefühlvollen Freistoß auf den am rechten Förderstedter Torpfosten postierten Batke, der legte auf den am linken Pfosten lauernden Krause ab und der schob zum 1:1 in die Maschen.
Spielen und zerstören beherrschten in der Folge beide Teams gekonnt.
Alles rechnete schon mit einem keinem wehtuenden Spielausgang.
Was dann aber Batke und Krause in der Mitte für eine Kombination zum 2:1 ablieferten, war aller höchste Sahne.
Die Gäste warfen danach alles nach vorn. Da aber Förderstedts Knipser Sebastian Trensinger von seinem Manndecker Tobias Maier abgemeldet wurde, lag der Ausgleich nur noch einmal in der Luft. Ponickau jagte den 117 Zuschauern mit einem 35-Meter-Freistoß einen tüchtigen Schrecken ein. Schramm lenkte aber geistesgegenwärtig das Leder über die Querlatte. Die folgenden fünf hektischen Nachspielminuten waren am Ende nur noch spannungsgeladen.
SV Wolmirsleben: Schramm – Iffländer, Karasch, Böhme, Maier, Krause, Sauer (78. Braun), Stock, Bartl (51. Zeidler), Batke, Minkus.
SV Förderstedt: Melzer – Wolter, Stockmann, Wiegand, Mensching (75. Häuser), Ponickau, Conrad (67. Dreischarf), Tappenbeck, Fischer, Trensinger, Stille.
Bildtext
Vielbeinig ging es stets in den Strafräumen – hier ist es der Förderstedter in der ersten Hälfte - bei Freistößen und Eckbällen zu. SVF-Libero Stockmann (3.v.l.) lässt den Ball passieren. Iffländer und Batke vom SV Wolmirsleben können, da von Verteidiger Wolter bedrängt, nicht voll mit dem Kopf gegenhalten.
Foto: Hartmut Brose