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4 Sterne für die Burgherberge im Palas der Wasserburg Egeln

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  Jahrzehnte lang war die Egelner Wasserburg nicht für Besucher zugänglich und auch nicht gerade ein Aushängeschild für die Stadt Egeln. Nach der Wende zogen die Mieter, meist ehemalige Mitarbeiter des VEG, aus und die über 800jährige Anlage wurde auf Betreiben des ehemaligen Ortschronisten Hans Grube von der Stadt Egeln saniert. Bereits 1993 konnte das Museum im Torhaus einziehen, noch ehe die Stadt 1995 die Burg für eine Mark erwarb. Heimatverein und Förderverein Wasserburg 1995 entwickelten damals noch gemeinsam mit der Stadt Egeln Konzepte zur Entwicklung der Burganlage zu einem kulturellen Zentrum der Region. Mit zunehmender Etablierung von Veranstaltungen der verschiedensten Art, zu denen auch immer mehr Besucher von außerhalb kamen, wurde auch die Frage nach Übernachtungsmöglichkeiten auf der Burg gestellt. Der Heimatverein hatte zwischenzeitlich seine Schwerpunkte auf die Unterstützung des Museum und die Erforschung der Heimatgeschichte gelegt und der Förderverein hatte mit dem Ausbau des jetzigen Vereinshauses auf der Oberburg genug zu tun. Andrea Dietrich und Uwe Lachmuth die 2003 mit Unterstützung des damaligen Bürgermeister eine Wohnung im Untergeschoss des Palas ausgebaut hatten, überlegten jedoch ob es nicht möglich wäre, die seit Jahren leer stehende Wohnung im Obergeschoss des Palas zu Gästezimmern auszubauen.    

Zuerst musste jedoch die finanzielle Seite des Umbaus geklärt werden, denn die Stadt Egeln, die Eigentümer der Burg ist, konnte keine finanzielle Unterstützung geben. Angeboten wurde jedoch ein langfristiger Mietvertrag, aus dem die Stadt dann auch Einkünfte bezieht. So kamen die beiden nicht umhin einen Kredit aufzunehmen, denn wenn man Gästezimmer in einer Burg einrichtet, dann sollen sich die Besucher darin auch wie in längst vergangenen Zeiten fühlen. So besitzen die 4 Zimmer nun auch unterschiedliche Themen nach den Gesellschaftsschichten die die Burg einmal bewohnten. So kann man in der Knechtskammer in 200 Jahre alten Bauernbetten träumen, die Ritterstube ist ebenfalls rustikal eingerichtet. Wer es etwas gehobener möchte, sollte sich in Burgfräulein- oder Grafenzimmer einmieten. Natürlich gibt es in allen Zimmern neuzeitliche Matratzen und Bettzeug, denn an Schlafkomfort soll es auch in historischen Betten nicht mangeln. Obwohl es beim Umbau in den ca 600 Jahre alten Räumlichkeiten des Herrenhauses noch viele Überraschungen gab die zusätzliche Kosten verursachten, haben die beiden es geschafft und Andrea Dietrich eröffnete im  Oktober 2007 die „Burgherberge". Die anfänglichen Bedenken ob sich die Investition auch gelohnt hatte wurden bald zerstreut, denn schon als das erste Zimmer, Küche, Bad und Frühstücksraum fertig waren, kündigte sich der erste Besucher an. Dieser kam als Jakobus-Pilger und  erwies sich als Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft in Berlin. Ihm gefiel es so gut, dass er 3 Wochen später mit seiner Familie wieder hier übernachtete. Viele nette Einträge kann man seitdem im Gästebuch der Burgherberge lesen. Nicht nur nach Veranstaltungen übernachteten die Gäste hier, es kamen auch schon erste Urlauber auf Burgentour nach Egeln. Aber auch uch prominente Gäste wie der ukrainische Landwirtwirtschaftsminister oder eine Grafenfamilie aus Österreich haben schon mal in der Burg übernachtet. Da Andrea Dietrich als Quereinsteigerin in das Beherbergungswesen kam, wollte sie unbedingt bestätigt wissen, ob alles was hier entstanden ist auch den in Deutschland vorgeschriebenen Richtlinien entspricht und ließ die Burgherberge vor einigen Monaten vom Deutschen Tourismusverband überprüfen. Das Ergebnis versetzte sie dann jedoch in Erstaunen. Die Burgherberge wurde mit 4 Sternen bewertet. Aufgrund des besonderen Flair und des Umfeldes wären es sogar fast 5 Sterne geworden, aber dazu hätte in jedem Zimmer ein Fernsehgerät angeschlossen werden müssen. Dies würde jedoch nicht in das Konzept passen was die Burgherberge vom „Normalotourismus" unterscheiden sollte. Schon oft hatten Gäste gesagt: "Schön das man nicht in Versuchung kommt auf den lockenden Knopf der Flimmerkiste zu drücken. Wir haben uns den ganzen Abend seit langem mal wieder schön unterhalten. Zudem gibt es hier viele schöne Gesellschaftsspiele und eine kleine Bibliothek." 

Am Freitag den 13. November war es dann so weit. Vertreter des Tourismusverbandes Elbe-Börde-Heide übergaben Andrea Dietrich die Urkunde und das Zertifizierungsschild mit den 4 Sternen, die man nun an der Eingangstür am Palas sehen kann.