Elfriede Brüning las aus ihren Egelner Erinnerungen
Das ehemalige Jagzimmer des Herrenhauses auf dem Klostergut Marienstuhl konnte die vielen Gäste gar nicht fassen, so dass schnell noch zusätzliche Bänke geholt und die Flügeltür zum Flur geöffnet werden musste. Da Elfriede Brüning noch vielen älteren Egelnern bekannt war, zählte hier nicht nur die bekannte Schriftstellerin, obwohl viele Gäste Bücher von ihr mithatten um sie signieren zu lassen. Nach der Begrüßung durch den Egelner Bürgermeister und einleitenden Worten von Prof. Dr. Herbert Graf begann Elfriede Brüning aus ihren Leben zu erzählen. Danach las die 98 jährige Schriftstellerin ohne Brille aus dem Buch Septemberreise wie sie aus armen Verhältnissen stammende Frau zum ersten Mal mit ihrem Freund Joachim Barckhausen das Gut Marienstuhl besuchte und von ihrem Schwiegervater mit den an die Hausmagt gerichteten Worten überrascht wurde" Hol doch mal eine gute Flasche Wein aus dem Keller, heute Abend will mein Sohn Verlobung feiern." Aus dem Buch „Und auch das war mein Leben" las sie, wie sie die Zeit des Krieges und den Einzug von Amerikanern, Engländern und danach von den Russen erlebte, die entgegen den Berichten aus anderen Regionen in Egeln wohl etwas freundlicher auftraten. Betroffenheit machte sich jedoch bemerkbar als sie von den zwei sowjetischen Offizieren las, die nur abends unterwegs waren um ehemalige Nazis aufzuspüren, und oft auch ungerechtfertigten Verleumdungen nachgingen und unschuldige Egelner aus dem Bett holten und ins Lager oder nach Sibirien verschleppten. Ein neues Buch mit ihren Lebenserinnerungen wird im Frühjahr 2010 erscheinen.