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Lesecafé-Freunde an der Wasserfront und im Buchdorf Mühlbeck-Friedersdorf

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Staßfurter Urania auf Exkursion am Großen Goitzsche-See

Bitterfeld (hbr). 30 Lesecafé-Freunde der Staßfurter Urania sind bei ihrer kürzlichen Exkursion in die Kulturlandschaft „Großer Goitzsche-See“ voll auf ihre Kosten gekommen.

Bei dieser zweigeteilten Tour in Vorbereitung der Landeskulturtage, die der Salzlandkreis im Herbst ausrichten darf, wurde an der „Bitterfelder Wasserfront“ ein erster Halt gemacht. Dort erfuhren die Teilnehmer an der Villa „Am Bernstein-See“ das Neueste über die Umwandlung der leidgeprüften Industrieregion Bitterfeld-Wolfen zum weltweit größten Landschaftskunstprojekt.

Der „Rundumschlag“ von Touristenführerin Martina Brück über 100 Jahre Braunkohleabbau und der damit einhergegangenen Industriealisierung bis zum Heute, brachte den Lesecafé-Freunden die gewaltige Leistung am Referenzstandort der Expo 2000 näher. Was aus der Tagebaulandschaft vor den Toren von Bitterfeld, auch nach dem Muldehochwasser im August 2002, geworden ist, war einfach beeindruckend für die Staßfurter. Ob die rund 900 Tonnen Rohbernstein, die noch im See lagern sollen, jemals gefördert werden, sorgte für reichlich Gesprächsstoff, der in der Mühlbecker Kirche beim Betrachten von Bernsteinstücken weitergeführt wurde.

Dann ging’s ins Buchdorf Mühlbeck-Friedersdorf. Doch bevor Reiseleiterin Dr. Brigitte Wegener die Buchfreunde ins Dorf zum Stöbern und Sichten entließ, wurde noch eine Führung in der romanischen Feldsteinkirche von Mühlbeck dankend angenommen. Das Glanzstück dieser Kirche ist der im Original erhaltene gotische Wandelaltar aus der Zeit zwischen 1490 und 1510 und den sah sich die Gruppe recht intensiv an.

Die verbliebenen Stunden bis zur Rückfahrt konnten individuell gestaltet werden. So hat sich dann jeder durch die Antiquariate mit ihren unendlichen Angeboten gewühlt und dabei auch die tolle Gastfreundschaft der Buchhändler genossen. Das Buchdorf ist schon eine Empfehlung für alle, nicht nur für Leseratten. Der eine oder andere wird ganz sicher einmal wieder kommen.

Familie Cherek aus Egeln sieht im Buchdorf eine Chance für die ganze Gegend und eine wichtige Ergänzung zu den neuen Möglichkeiten, die die inzwischen reizvolle Landschaft bietet.

Recht aufschlussreich, aber nicht nur für die Leiterin des Lesecafés Gisela Arndt, war dann die abschließende Information zu den Büchern, die jeder im Gepäck hatte.

Mit nach Hause genommen wurden Bücher von Fallada, Kisch, Strittmatter, Sparks, Wallraff, Kinski, Schiff, Loest, Bogart, Zille bis Löns, um nur einige herauszugreifen.

Aber auch Märchen-Bücher, ein Briefmarkenkatalog und Mundartliches fanden einen neuen Besitzer.

Musik- und Theater-Kritiker Peter Beyer fuhr allerdings ohne eine gesuchte Partitur heimwärts. Dies sei aber weniger schlimm für ihn gewesen, ließ er durchblicken. Vielmehr machte er sich so seine Gedanken über den doch recht hohen Stellenwert der Vermarktung im Buchdorf insgesamt.

Die Organisatoren der Buchtour haben den Vorschlag, die Anna-Amalie-Bibliothek in Weimar zu besuchen, aufgegriffen. Doch bevor es im nächsten Jahr auf Weimar-Tour gehen könnte, wollen sich die Mitglieder das Lesecafès der Staßfurter Urania bei der Durchführung der Landeskulturtage „Salzländer auf Buchführung“ im Oktober voll mit einbringen.

 

Foto: H. Brose 

Fotoserien

Lesecafé-Freunde an der Wasserfront und im Buchdorf Mühlbeck-Friedersdorf (DI, 27. Mai 2008)

Bildtexte:

Bild 1:

Die Literaturfreunde des Lesecafé der Staßfurter Urania bei ihrem Halt an der „Wasserfront“; hier die Uferpromenade, die am Stadthafen von Bitterfeld hinten endet. Touristenführerin Martina Brück (4.v.r.) liefert umfangreiche Informationen über die Veränderungen rund um den Goitzschesee

Bild 2:

Das Antiquariat „Alte Schule“ bietet für jeden Geldbeutel etwas

Bild 3:

Alrun van der Weth (l.) im Gespräch mit Familie Cherek aus Egeln

Fotos: Hartmut Brose